Der Trainer spricht

"Die Gegenspieler haben unheimlichen Respekt vor ihm"

15. Oktober 2020, 13:31 Uhr

Für Trainer Sven Schmidt steht die Weiterentwicklung im Vordergrund

Der SV Dringenberg rangiert in der Bezirksliga aktuell nach sechs Spieltagen auf einem sehr guten dritten Tabellenrang. Es gab bisher nur eine Saisonniederlage gegen den Leader vom Post TSV Detmold. Am vergangenen Sonntag, war Coach Sven Schmidt aber etwas sprachlos, da seine Jungs einen 3:0 Vorsprung im Derby beim FC PEL nicht ins Ziel bringen konnten und 3:3 spielten. Dennoch sind die Dringenberger bester Höxteraner Bezirksligist, haben im Sommer auf dem Transfermarkt Weitsicht und ein glückliches Händchen bewiesen. FubaNews hat sich mit Trainer Sven Schmidt über die bisherige Saison und andere Dinge unterhalten.

Hallo Sven. Es war ein verrücktes Derby am Sonntag beim FC PEL. Hast du schon eine Erklärung warum Ihr einen 3:0 Vorsprung aus der Hand gegeben habt?

Ja, was soll ich zu Sonntag sagen. Es ist schon grausam, wenn man ein Spiel so über eine gesamte Spielzeit dominiert und so viele Torchancen kreiert hat, wie wir es gemacht haben und am Ende dann nach einem 3:0, noch ein 3:3 kassiert. Wir haben uns natürlich die Tore nochmal angeschaut, das 3:1 war eine spannende Situation, wo wir die Aktion nicht zu Ende durchlaufen, wir verteidigen den ersten Ball nicht gut und dann steht am zweiten Pfosten jemand frei. Bei dem zweiten Treffer wird der Ball hoch reingeschlagen und der Torhüter geht nicht richtig hin, der Peckelsheimer kommt vorher an den Ball und köpft ihn rein. Das ist natürlich dann auch psychologisch ein unheimlicher Nachteil. Dann kriegen wir durch ein Elfmeter das 3:3 rein. 

Im Endresultat ist es einfach bitter, weil wir wirklich ein gutes Spiel gezeigt haben. So brutal und grausam kann manchmal der Fußball sein, von daher müssen wir wirklich am Wochenende daran arbeiten und gucken genau diese Fehler jetzt abzustellen. Wir müssen einfach eine bessere Auswertung unserer Torchancen haben. Es waren 16 Torchancen die wir hatten und da hätten wir das ein oder andere Tor mehr machen müssen. Im Endeffekt muss man dann sagen, dass es bitter ist und damit müssen wir jetzt leider leben.

Dennoch läuft die Serie für euch bisher blendend. Nur die Niederlage gegen Post bisher und Rang drei derzeit. Es schient in der Mannschaft zu passen. Wo siehst du trotzdem noch Potenzial ?

Ich habe es gerade ja schon angesprochen, im Endeffekt müssen wir einfach unsere Startsituationen besser verteidigen und unsere Torchance noch besser verwerten. Wir haben schon viele Tore geschossen, aber haben auch viele Torchancen an den letzten Spielen schon gehabt, wo wir viele Sachen auch liegen gelassen haben. Da müssen wir einfach weiter dran arbeiten, dass wir uns einfach weiter entwickeln und noch galliger sind die Tore zu machen. Wir müssen aber auch die Standardsituation einfach besser verteidigen. 

Von der Spielanlage sieht das bei euch schon recht strukturiert und abgeklärt aus. Dringenberg ist aktuell die beste Mannschaft aus dem Kreis HX in der Liga. Mit welcher Zielsetzung geht Ihr, auch mit Blick auf die bisherigen Partien in die weitere Saison?

Unser Ziel ist ganz klar, dass wir unsere Spielidee und das, was wir uns vornehmen einfach immer weiter und weiter entwickeln wollen. Das ist uns dieses Jahr und gerade in den letzten Wochen gut gelungen, wenn man mal in die Personalien reingeht. Ein Lars Künemund, der sich in den letzten Wochen toll weiter entwickelt hat oder ein Christian Nölle, der eigentlich Stürmer ist, den wir umfunktioniert haben als Innenverteidiger und der seine Sache ausgezeichnet macht. Thomas Frederkind, der seit Anfang der Serie eine große Konstanz hat, mit vier Treffern unser drittbester Torschütze, als Außenverteidiger ist. 


Das ist einfach das schöne, die Jungs beim Training zu erleben, die immer bereit sind Gas zu geben. Patrick Stiewe, als weiteres Beispiel, der mittlerweile in sechs Spielen acht Tore erzielt hat. Ich halte ihn für einen der besten Stürmer bei uns in der Region. Es ist toll zusehen, wie er sich weiter entwickelt. Unser Ziel ist ganz klar, dass wir unsere Spielanlage immer weiter und weiter verbessern wollen und dann schauen wir was am Ende dabei rauskommt.

Ganz ehrlich Sven. Was ist drin für euch in der Saison. Kann deine Mannschaft auf Strecke gesehen ganz vorne angreifen. Wer dich kennt, weiß, dass du immer das Maximum erreichen willst. Wäre das für dich der Aufstieg in die Landesliga?

Ich habe vor der Serie schon gesagt, dass wir ganz klar die Mannschaft weiter entwickeln wollen. Wir haben sie gut aufgestellt und wir wissen, dass in der Mannschaft ganz viel Potential steckt. Wir haben aber auch ganz klar gesagt, dass wir besser als letztes Jahr dastehen wollen, da sind wir auf einem richtig guten Weg. Wenn man sieht, wie Detmold durch die Liga marschiert, wäre es jetzt vermessen zu sagen, dass wir aufsteigen wollen. Ich glaube, für uns geht es einfach darum, dass wir die Mannschaft stetig weiterentwickeln und wir gerade auch in den Spielen in den nächsten Wochen, immer wieder unser Spiel selber durchbringen um die Spiele auch erfolgreich zu gestalten. Was am Ende dabei rumkommt wird man dann sehen. Ich glaube nicht, dass es richtig wäre darüber zu diskutieren, ob wir aufsteigen wollen oder sonstige Dinge. Die Mannschaft weiter zu entwickeln, steht absolut im Vordergrund. 

Wie beurteilst du allgemein die "Neue" Bezirksliga nur noch mit Teams aus Höxter und Lippe. Hat das Niveau durch den Wegfall der Paderborner Teams abgenommen?

Ich finde es schwer, das zu beurteilen. Es ist immer einfach zu sagen, die Paderborner Liga war stärker als die Lipper Liga, ob das so ist, ich glaube, da können wir uns in ein paar Monaten drüber unterhalten. Letztendlich sind auch in der Paderborner Liga Mannschaften wie Neuenbeken und Heide aufgestiegen, die schon eine sehr gute Spielanlage hatten. Natürlich gibt es auch noch Vereine wie Atteln und Mastbruch, die guten Fußball spielen. Ich glaube bei uns in der Liga gibt es das genauso, zum Beispiel Jerxen, Detmold oder Höxter mit ihren guten Anlagen. Das sind Mannschaften die guten Fußball spielen. 


Deswegen finde ich es schwer darüber zu urteilen, ob die Liga jetzt stärker oder nicht stärker ist. Ich glaube, da kann man sich in einem Jahr mal drüber unterhalten. 

Dringenberg hat vor der Saison mit den Transfers ein mehr als glückliches Händchen gehabt. Gerade ein Viktor Schmidt, scheint für Außenstehende das fehlende Puzzleteil in deinem Team zu sein. Wie bist du mit seinen Auftritten aber auch allgemein mit deinen Jungs zufrieden?

Wir sind mit dem Saisonstart mehr als zufrieden. Wir hatten viele Verletzte, wie Alex Rempe oder Jonathan Kros. Es ist uns gelungen eine Mannschaft zusammen zu stellen die ein großes Potential hat. Viktor ist ein toller Typ, er ist sehr ehrgeizig und zieht unsere Jungs mit. Jonathan Kros ist ein super Fußballer und ein großes Talent aus der Region. Er hat sich super in Dringenberg eingefügt und tolle Spiele gemacht. Zudem noch Tobias Stuwe, der leider am Anfang verletzt war, aber immer wieder zeigt, welche Qualität in ihm steckt. 


Der Verein wird noch eine Menge Spaß mit ihm haben. Sascha Unger ist ein Mentalitätsmonster, der sich jede Woche in die Trainingseinheiten und Spiele reinkniet. Nick Dammeier, der langsam kommt und auch die beiden aus der Zweiten Mannschaft (Cedric Falke und Christoph Beller) werden ihre Chance bekommen. Es ist einfach toll zu sehen, dass wir eine gute Trainingsbeteiligung haben mit 16-20 Spielern und dann macht es Spaß mit den Jungs zu arbeiten. Wir wollen das immer weiter entwickeln und dann schauen wir am Ende was rauskommt. 

Viktor ist menschlich und fußballerisch eine absolute Bereicherung. Wenn er Sonntag auf das Spielfeld kommt, denke ich, dass viele Gegenspieler einen unheimlichen Respekt vor ihm haben. Wenn man sieht, wie er sich verhält und bewegt, dann ist das für mich zusammen mit Patrick Stiewe ein überragendes Sturmduo, was wir dieses Jahr haben.

Vor der Saison gab es ja mit Bad Driburg etwas Unstimmigkeiten wegen des Schmidt Transfers. Hat man sich dort wieder verständigen können? Es gibt ja eine Vereinbarung, dass man sich nicht gegenseitig Spieler abwirbt.

Ich glaube, dass wir nach wie vor ein gutes Verhältnis haben. Gerade auch zu Ingo Schulte , den ich seit Jahren kenne, da denke ich nicht, dass es da irgendwelche Unstimmigkeiten gegeben hat. Natürlich ist man enttäuscht, wenn ein guter Spieler geht , aber es sind noch zwei weitere Spieler von uns zum TuS Bad Driburg gegangen. Es gibt keine Vereinbarung, wir respektieren und akzeptieren uns, Driburg ist auf einem guten Weg und hat sich gut verstärkt, aber es gab keine negativen oder bösen Worte. 


Mit Ingo habe ich seit Jahren ein gutes Verhältnis und das wird auch weiterhin so bleiben.
Dazu muss man sagen, dass der Kontakt durch Zufall entstanden ist. Thomas Rex und Viktor sind ein Stück weit verwandt, auf einer Familienfeier kam es zum Austausch und dann kam der Kontakt. Viktor wollte dann auch höher spielen, dass wir es versuchen ist normal. 

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