Spielergespräch

"Die Leute und das Dorf leben den Verein"

08. Oktober 2020, 14:40 Uhr

Chris Ferlemann am Sonntag im Spiel gegen den Warburger SV

Chris Ferlemann, gehört zu den Gesichtern des Aufsteigers SV Bredenborn. Der A-Ligisten hat bisher in der neuen Spielkasse überzeugen können und ist eine Bereicherung für das Kreisoberhaus. FubaNews hat sich mit dem 28-jährigen Offensivmann der Bredenborner einmal ausgetauscht. Der Brenkhäuser in Diensten der Mannschaft aus dem Eichenwald stand uns dabei mit aufschlussreichen Antworten zur Verfügung. 

Euer Start war erfolgreich. Nach dem 0:1 gegen Vinsebeck, gab es ein 3:3 gegen Warburg. Die Mannschaft scheint heiß auf die A-Liga zu sein und auch der Zuschauerzuspruch ist sehr hoch. Brennt Bredenborn auf diese Spielklasse?

Ja definitiv! Die Mannschaft ist sehr heiß auf die A-Liga. Der Verein und das Dorf mussten lange warten, um wieder dort spielen zu dürfen. Das wir jede Woche vor so vielen Zuschauern spielen dürfen ist schon positiv verrückt und gerade auf Kreisebene was ganz besonderes und macht gerade für uns als Spieler den SV Bredenborn für etwas ganz besonderes. Wir als Mannschaft haben eine enorme Qualität in unseren Reihen, die wir versuchen jede Woche auf ein neues abzurufen. Die Niederlage gegen Vinsebeck war aus meiner Sicht, sehr ärgerlich, weil wir auch in diesem Spiel gesehen haben, das wir mit Mannschaften der oberen Tabellenhälfte mithalten können.

Ihr hab von euren Spielen, zwei gewonnen, eines verloren und ein Remis erreicht. Allerdings habt ihr bisher nur daheim gespielt, der Eichenwald ein Festung. Es folgen jetzt aber auch Auswärtsauftritte. Was ist für euch möglich in dieser Saison, bzw. ist die Meisterrunde das Ziel?

Natürlich sind die Heimspiele im Eichenwald nicht mit Auswärtsspielen zu vergleichen. Man muss dazu aber sagen, das unsere Zuschauer und Fans oftmals auch den langen Weg auf sich nehmen und uns zahlreich bei den Auswärtsspielen unterstützen. Ich denke, als Fußballer sollte es immer der Anspruch Nummer 1 zu sein und an sein Limit zugehen. Deswegen sollte auch die Meisterrunde für alle Mannschaften Ziel Nummer 1 sein.

Du hast jetzt in der letzten Saison mit Bredenborn den Aufstieg aus der B-Liga geschafft. Davor warst du fast ausschließlich in der Bezirks- oder A-Liga mit Brenkhausen unterwegs. Ist der Unterschied von der B- zur A-Liga noch wirklich groß?

Will immer spielen und der Mannschaft helfen. Chris Ferlemann hat mit Bredenborn noch einiges vor

Man muss sagen, die ersten fünf Mannschaften der B-Liga könnten alle ganz bestimmt auch in der A-Liga auflaufen. Ein großer Unterschied besteht natürlich darin, das es in der A-Liga Mannschaften gibt, die nicht viele Chancen brauchen um erfolgreich zu sein. Leider mussten wir das in unserem letzten Heimspiel gegen Warburg selbst spüren.

Trainer Middeke, ist ja immer sehr lautstark und impulsiv an der Außenlinie dabei. Bringt das immer einen positiven Push für die Mannschaft, oder kann das auch schon mal nerven?

Da kann ich nur ganz klar sagen, das es einen Spieler nur pushen kann! Julian ist ein so fußballverrückter Trainer, der den Sport einfach lebt. Sein Ziel ist es jede Woche aus jedem Spieler das beste rauszuholen. Als Mannschaft kann man nur froh sein einen solchen Typen an der Linie stehen zu haben.

Du bist in den bisherigen Spielen zweimal nur von der Bank gekommen. War das für dich als impulsiven und ehrgeizigen Spieler eine Enttäuschung, oder hatte diese Entscheidung nachvollziehbare Gründe, die du so auch akzeptieren konntest?

Wer mich kennt, weiß dass ich jedes Spiel spielen will und das am liebsten über 90 Minuten. Aber wie schon gesagt, der Kader ist groß und super besetzt da muss auch ich mich mal hinten anstellen. Eine Enttäuschung war es für mich nicht, ich war vor dem ersten Spiel verletzt und erkältet da sollte man gerade bei so einem Kader auch zurückstecken können, auch wenn es mir schwer fällt (lacht). Für mich steht ganz klar die Mannschaft im Vordergrund und ich will mit dieser Truppe noch einiges erreichen, da sollte jedem klar sein, das er auch mal zurückstecken muss.

In der ersten Serie warst du auch als Co-Trainer eingespannt. Diese Funktion übst du ab dieser Spielzeit nicht mehr aus. Was war der Anlass dies nicht mehr zu praktizieren?

Ja richtig, ich war in der ersten Saison als Co-Trainer gekommen. Ich muss dazu sagen, das ich mir dadurch selbst eine Menge Druck gemacht habe und meine Leistungen auf den Platz nicht das waren was ich von mir kannte. Julian kam offen auf mich zu und wir haben die ganze Situation besprochen und sind beide der Meinung gewesen das ich als Spieler ohne großen Druck der Mannschaft mehr helfen kann und auch so nochmal eine bessere Bindung zu den einzelnen bekommen konnte.

Du bist jetzt im zweiten Jahr in Bredenborn. Was unterscheidet den Verein von deinem Ex-Club Brenkhausen. Verfolgst du noch die Geschehnisse in deinem Heimatdorf und ist vielleicht mal eine Rückkehr denkbar?

Natürlich verfolge ich Brenkhausen immer noch und gucke nach jedem Spiel direkt wie sie gespielt haben. Unterscheiden tun sich die beiden Vereine sehr. Was in Bredenborn um und neben dem Platz passiert in Wahnsinn, die Leute und das Dorf leben den Verein, sowas habe ich noch nie so erleben dürfen. Ob ich nochmal nach Brenkhausen zurückkehren würde weiß ich nicht, weil ich mit Bredenborn meine zweite Heimat gefunden habe. Ich habe hier nicht nur meine Freundin, sondern auch ganz viele Freunde gefunden mit denen man auch neben den Platz eine Menge unternimmt.

Kommentieren