Trainer-Bilanz

"Die Quittung kam nach den ersten Spielen wo wir zu überheblich gespielt haben"

22. November 2021, 10:25 Uhr

Da kann man nur applaudieren. Erkelns Coach Christian Multhaupt (vorne). Im Hintergrund Fabian Tewes

In der Kreisliga B Nord steht die SG Erkeln/Hembsen einen Spieltag vor Beginn der Winterpause dort, wo er auch am Ende der Spielzeit im Sommer 2022 stehen möchte. Ganz vorne. Wir haben uns mit Erfolgstrainer Christian Multhaupt unterhalten, wie er die Situation bei den Grün-Weißen einschätzt.

FubaNews: Christian. Deine Mannschaft ist ungeschlagen Tabellenführer. Wie fällt dein bisheriges Fazit aus?

Christian Multhaupt: Wir sind zufrieden mit den bisherigen Ergebnissen. Die Leistungen in den ersten Spielen der Saison war jedoch stark ausbaufähig. Hier haben wir zu überheblich gespielt. Die Quittung kam dann gegen Bergheim, mit einem total überflüssigen Unentschieden. Die letzten drei Spiele sind wir ganz anders aufgetreten und haben stark aufgespielt. Wenn wir dieses Engagement beibehalten, bleiben wir optimistisch für die weitere Saison.

Viele hatten euch als den Topfavoriten auserkoren. Allerdings bleibt die SG Bellersen/Aa Nethetal hartnäckig an euch dran. Es dürfte hier nur diesen Zweikampf geben um den Aufstieg oder wie beurteilst du die Situation?

Multhaupt: Gegen Fürstenau (Platz 3) und Drenke (Platz 4) haben wir noch nicht gespielt, daher kann ich diese Teams nicht einschätzen. Wenn man aber betrachtet, wie wenig Punkte die SG Bellersen und wir haben liegen lassen, dann gehe ich auch stark von einem Zweikampf aus. Das direkte Duell haben wir knapp und glücklich gewonnen. Die SG Bellersen hat eine gute Mannschaft, spielt bisher konstant und wird das sicherlich auch weiter machen. Beide Teams machen sich also gegenseitig tabellarisch Druck und es könnte darauf hinauslaufen, dass das direkte Duell im Rückspiel entscheidend wird.

Ihr verfügt über eine gute Mannschaft. Sicherlich muss man es erstmal raus in die A-Liga schaffen. Siehst du die SG für die A-Liga gerüstet oder müsste man personell noch nachlegen?

Multhaupt: Ich sehe den Verein und das Team durchaus für die A-Liga gerüstet. Trotzdem ist man natürlich bestrebt, gute Spieler für sich zu gewinnen. Da aber kein akuter Bedarf besteht, können wir schon etwas wählerisch sein und darauf achten, dass die Spieler auch wirklich zu uns passen und eine Mannschaft nicht spalten. Zudem haben wir ein paar gute Jungs im Team, die wir entwickeln wollen. Wir werden sicherlich den einen oder anderen dazubekommen, aber der Fokus liegt ganz klar auf unseren vorhandenen Jungs, mit denen sind wir happy und wir trauen uns zu, diese weiterzuentwickeln. Wir setzen also nicht zu sehr auf externe, um besser zu werden.

Mit Boris Hartmann, mit dem du selber aktiv zusammengespielt hast, habt ihr einen sehr engagiert sportlichen Leiter. Wie wichtig ist er für dich als Ansprechpartner und für die Kaderplanung allgemein?

Der Coach will seine Spieler entwickeln

Multhaupt: Es ist Boris sein Projekt hier etwas zu entwickeln; er hat gute Kontakte, ist extrem umtriebig und macht seine Sache super. Fabian und ich haben uns entschieden, dieses Projekt mit ins Laufen zu bringen. Nicht nur auf Grund unserer Freundschaft ist Boris also der wichtigste Ansprechpartner für uns. Wir kommunizieren viel zusammen, natürlich auch über die Kaderplanung. Hier macht Boris die Fleißarbeit und hält uns in vielen Sachen den Rücken frei, so dass wir uns auf‘s sportliche konzentrieren können.

Zu dir persönlich. Du bist ja lizensierter Übungsleiter. Wie sehen da deine Zukunftsambitionen aus. Hast du das Ziel, irgendwann auch mal höherklassig zu trainieren?

Multhaupt: Meine Priorität liegt darauf, eine interessante Aufgabe zu haben und ein Team, mit dem man gerne zusammen sein Hobby ausübt und Ziele verfolgt. Das kann gerne auch höherklassig sein. Allerdings ist das ligaunabhängig und es gibt einige tolle Aufgaben im Fußball. Grundsätzlich sollte es immer zur Lebenssituation passen, denn es gibt Phasen, wo man anderen Sachen lieber nachgeht. Da ich allerdings oft Lust auf Fußball habe, ist es perspektivisch gesehen gut möglich, dass ich auch mal wo anders aktiv werde, auch höherklassig. Momentan ist es aber gut so wie es ist, denn wir haben eine interessante Aufgabe und ein Ziel vor Augen.

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