Meinungsumfrage

"Für Vereine geht es um die Existenz"

29. Oktober 2020, 13:23 Uhr

Thorsten Diekmann, Trainer von der SG Brenkhausen/Bosseborn/Ovenhausen

Die Saisonunterbrechung ist nun fakt. Der Ball wird im November nicht rollen und ob der Spielbetrieb ab Dezemberg wieder aktiv ist, ist mehr als fraglich. Wir haben uns mit den Verantwortlichen und Trainern im Kreis unterhalten und wollten deren Meinung zu der Unterbrechung wissen und wie es nun erstmal weitergeht. 

Dennis Hustadt / TuS Bad Driburg

Die Unterbrechung ist nicht nachvollziehbar aus meiner Sicht. Mir sind aus dem Kreis Höxter und Nachbarkreisen keine Infektiosherde bekannt, die Ihre Ursache im Kreisliga Fussball haben. Man hätte vor 8 Wochen einfach private, öffentliche Feiern und Hochzeiten verbieten müssen. Jetzt wird ein Kahlschlag gemacht. Das betrifft Millionen Amateursportler und für Vereine geht es um die Existenz.

Die 4 Wochen Pause bedeuten gleichzeitig, dass es vor Weihnachten wohl kein Spiel geben wird, somit ist die eigentliche Pause bis Februar.  Ob die Saison dann überhaupt weitergeht und alle Spiele nachgeholt werden können, ist sehr fraglich. 3 Monate kann man nicht überbrücken. 

Thomas Hoffmann / Obmann SG Scherfede/Rimbeck/Wrexen

Klar ist, dass es so nicht weitergehen kann und Maßnahmen ergriffen werden mussten. Ob dieser sehr harte Schritt der Richtige ist, kann ich nicht beurteilen, aber vlt hätte es gereicht ein paar Einschränkungen in Kauf zu nehmen, wie zB wieder zuhause umziehen und duschen, Kabinen und Sportheime zu sperren um wenigstens den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten, wo ja bekannter Maßen das Infektionsrisiko sehr gering ist.

Wir akzeptieren diese Entscheidung natürlich und haben bereits gestern Abend den gesamten Sportbereich ruhen lassen. Spannend wird sein wie es weitergeht, die Spielpläne für das kommende Jahr sind ja ohne diese Pause schon voll.

Christopher Brand / Trainer VfR Borgentreich

ch denke in der jetzigen Situation ist die Saisonunterbrechung der richtige Schritt.  Man hätte meiner Meinung nach den Strich aber bis Ende des Jahres ziehen sollen.

Wir haben eine App über die die Jungs Einheiten bekommen.  So bleiben alle auf einem guten Level.

Dieter Olejak / Trainer SG Bühne/Körbecke

Ich finde die Saisonunterbrechung alternativlos. Eine absolut richtige Entscheidung. Die Infektionszahlen steigen rasant an Welcher Trainer möchte die Verantwortung übernehmen, wenn einer oder mehrere Spieler erkranken. Kein Vereinsvorstand kann eine 100% Umsetzung der Hygienevorschriften garantieren. Ich glaube auch jedem war im Vorhinein bewusst, dass es zu einer Saisonunterbrechung kommen kann.
Wir sind Amateure und ich kann nur an meine Spieler appellieren, dass sie sich mit Übungen und Läufen fit halten. Kontrolieren werde ich das nicht.  Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass wir ab dem 01.Dezember sofort wieder anfangen. Hier wird ein Vorlauf nötig sein, bevor der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann. Persönlich glaube ich, dass wir auf Kreisebene nicht mehr spielen werden.  Die Gesundheit steht nun mal an erster Stelle. Fußball ist ein Hobby und soll Spaß machen und darf nicht leichtfertig auf Kosten der Gesundheit gehen.
Bleibt Gesund!

Heiner Geisen / Spieler Grosseneder/Engar

Die Saisonunterbrechung ist kein Schritt den wir uns wünschen, er ist aber folgerichtig. Wir wollen alle lieber am Sonntag auf dem Platz stehen und um Punkte kämpfen, hier muss aber die Vernunft vor Fußballliebe walten. Die Frage ist nur, ob und wie die Saison dann überhaupt noch regulär zu Ende gespielt werden kann, auf Grund des dann doch sehr straffen Terminkalenders. Eine weitere Unterbrechung im Frühjahr wäre nicht realisierbar. Allerdings ist mir eine andere Lösung derzeit nicht ersichtlich, möchte man für vier Wochen einen Cut machen, da der Fußball nunmal ein Kontaktsport ist. Unser Coach hat uns die Anweisung gegeben, dass sich jeder nach besten Gewissen selbstständig fit halten soll. Joggen an der frischen Bördeluft ist hier die Devise.

Norbert Dölitzsch / Trainer Spvg 20 Brakel 2

Fußball ist und bleibt die schönste Nebensache der Welt. Insofern ist die Saisonunterbrechung alternativlos. Hätten alle Menschen vorher aufgestellte Regeln besser befolgt gäbe es diesen Schritt nicht

Jeder Spieler muss sich eigenverantwortlich fit halten. Die Angeschlagenen sollten die vier Wochen nutzen um ihre Verletzungen auszukurieren

Andre Schnatmann / Trainer FC Nieheim

Zur ersten Frage, nein ich finde es nicht richtig, wir spielen draußen und hätten meiner Meinung nach weiter Spielen können. Aber wir müssen es jetzt so akzeptieren und uns in den nächsten 4 Wochen fit halten. Ich hoffe das wir dann im Dezember wieder spielen dürfen!

Wir haben den Jungs jetzt erstmal bis einschließlich Montag frei gegeben, danach wird jeder seinen individuellen Plan bekommen, damit wir wenn es wieder los geht gut vorbereitet sind!

Thomas Ising / VfL Langeland

Die Unterbrechung ist der richtige Schritt, da kann es keine zwei Meinungen geben. Es ist schade für die Mannschaften, Vereine und Zuschauer aber es geht um die Gesundheit aller, damit hantiert man nicht einfach rum nur damit die Saison weiter läuft.
Wie es die nächsten 4 Wochen weitergeht, darüber werden wir Trainer und der Vorstand uns am Wochenende unterhalten (natürlich am Telefon). Es wird ja vermutlich so sein das wir dieses Jahr nicht mehr auf dem Platz stehen werden, daher ist es schon wichtig das sich jeder unserer Spieler selber fit hält.  Ich hoffe das wir uns bald möglichst auf dem Platz wiedersehen, bleibt gesund!

Marcus Menzel / Trainer FC Blau/Weiß Weser

Ich halte das für richtig auch wenn gesagt wird, dass die Ansteckungsgefahr sehr sehr gering ist. Ich wüsste nicht, wie man einem Gastronom oder einem Hotelier erklären soll, dessen Existenz durch eine Schließung bedroht ist, dass wir munter weiter unserer Freizeitbeschäftigung, dem Fußball nachgehen dürfen. Da passt mir die Verhältnismäßigkeit nicht. Vom Gesundheitlichen Aspekt mal ganz abgesehen.  Wir werden im November wie alle anderen auch individuell trainieren müssen

Ralf Pfeiffer / Trainer SV Herste

Ist schon richtig, dass die Saison unterbrochen wurde. Ich wurde im Sommer mal gefragt, wie die neue Saison aussehen sollte. Da habe ich mich für 3 Gruppen ausgesprochen mit je 10 bzw 11 Mannschaften, dadurch würde man nicht in Terminschwierigkeiten kommen. Und dann aus den drei Gruppenersten und Letzten, Auf und Absteiger ausspielen. So wie es im Moment aussieht, glaube ich, das im Frühjahr nur noch die Hinserie gespielt werden kann, weil vor Ende März nicht gespielt werden kann, aufgrund der Rasenplätze.
Eventuell werden wir in mehreren Gruppen Laufen oder Fahrrad fahren um nicht ganz einzurosten.

Stephan Zänger / Trainer TuS Lütmarsen

Diese Diskussion ist einfach nur noch nervig! Die Bundesregierung hat so entschieden, die Regeln festgelegt und daran hat sich einfach jeder zu halten!. Ich persönlich werde den Fußball und ganz besonders meine Mannschaft sehr vermissen, aber wir können es halt nicht ändern!

Wir werden alles komplett einstellen!

Thorsten Diekmann / Trainer SG Brenkhausen/Bosseborn/Ovenhausen

Es ist absolut der richtige Weg! Es war im vorab schon klar, sofern es nass und kalt wird, dass die Erkältungen/ Verdachtsfälle und bestätigte Fälle vermehrt vorkommen werden. Zudem unmöglich für jeden kleinen Verein die Hygienevorschriften bei der Witterung umzusetzen.  Wichtig ist die Gesundheit jedes einzelnen, daher gibt oder gab es keine andere Lösung als den Spielbetrieb einzustellen.

Die Jungs werden sich per Lauftraining fit halten, zudem werden wir versuchen in Gruppen eine Art Cybertraining durchzuführen

Andreas Kleinschmidt / Trainer SG Dalhausen/Tietelsen/Rothe

Wir hätten uns bestimmt alle eine andere Lösung gewünscht,  gerade weil wir auf einem sehr guten Weg waren aber auf Grund der steigenden Infektionszahlen war dieser Schritt unumgänglich. Die Gesundheit aller sollte nunmal im Vordergrund stehen.

Wir haben gestern nochmal trainiert und über die ganze Situation gesprochen. Die Jungs werden sich jeder für sich fit halten, so wie es gerade möglich ist. 

Thomas Wiebe / Trainer SV Höxter III

Es ist eine Entscheidung von oben, die wir akzeptieren müssen. Eine andere Lösung wird aufgrund der Kontaktreduzierung nicht machbar sein. Klar hätte ich mir gewünscht, dass die Saison weiter läuft, da wir uns als Team in einer guten Entwicklungsphase befunden haben.

Für die nächsten 4 Wochen sollen die Jungs allein oder zu zweit laufen gehen und sich selbständig fit halten. Die Motivation ist natürlich ohne Perspektive auf Spiele bei fast 0. Dann ist unser Auftrag als Trainer im Frühjahr für das Team #flattenthebauch

Thorsten Viereck / Trainer FC PEL II

Die Unterbrechung finde ich richtig und wichtig. Wir stellen sofort den Trainingsbetrieb ein. Ich hoffe allerdings auch,  dass dann die Winterpause gleich starten kann. 4 Wochen überbrücken um dann einen Spieltag + ein Nachholspieltag durch zu ziehen wird nicht ganz leicht. Ob es der Terminplan her gibt, kann ich nicht sagen, aber schön wäre es wenn es gleich in die Winterpause gehen würde, zumindest auf Kreisebene.

Wie wir die Pause überbrücken, steht noch nicht fest. Da laufen/ joggen erlaubt ist, wird es wohl Einzeltraining geben, nicht schön aber nur so geht es.  Hier wäre ein Statement von den Verantwortlichen, schön damit man planen kann.

Maik Disse / Trainer TuS Vinsebeck

Ich denke, die Unterbrechung war alternativlos. Man kann ja nicht sagen Kontakte sollen auf ein Minimum begrenzt werden, Kneipen und Gaststätten müssen schließen, aber Fußball darf weiter gespielt werden.
Ob man von der Politik, vor allen Dingen bei großen Feierlichkeiten, früher hätte eingreifen müssen steht hier auf einem anderen Blatt.

Ich sehe keine Unterbrechung für vier Wochen, sondern die vorzeitige Winterpause und erwarte hier eine schnelle Entscheidung des Kreisvorstandes.  Wir haben diese mit dem gestrigen Tage bereits eingeläutet. 

Ralf Otte / Trainer FC Nieheim II

Ich befürchte, dass bis mindestens März kein Fussball mehr stattfindet. Den Schritt der Regierung finde ich richtig, auch wenn dies für viele ein großer Eingriff ins Privatleben ist. Die Gesundheit der Bürger muss an 1.Stelle stehen. Ob dies dann den gewünschten Erfolg bringt, muss sich zeigen. Für ein gesundes Miteinander, besonders gegenüber Älteren oder Menschen mit Atemwegserkrankungen, ist dieser Schritt unabdingbar. Jeder ist in der Pflicht, sich und andere zu schützen. Somit können wir nur hoffen, daß bald ein Imstoff gefunden wird, um diese Pandemie zu überstehen.

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