Der Trainer spricht

"Wir geben nie auf selbst wenn Sachen schief laufen"

01. November 2020, 18:50 Uhr

Trainer Matthias Rebmann (rechts) im Gespräch mit PEL Vorsitzendem Manfred Hahne

In der Bezirksliga konnte der FC PEL zuletzt wichtige Zähler einfahren. Ist aber jetzt wie alle anderen überkreislichen Teams aus dem Sportkreis Höxter in einer vierwöchigen Corona Zwangspause. Ob und wie es dann im Dezember weiter gehen könnte, muss sich noch zeigen. Wir haben mit PEL Cheftrainer Matthias Rebmann über die letzten Eindrücke vor der Pause und natürlich über den Lockdown gesprochen. 

Hallo Matthias. Wie wichtig war der Sieg zuletzt gegen Oerlinghausen?

Der Sieg zuletzt war enorm wichtig, gerade auch im Bezug auf die Tabellensituation. Wir wollten unbedingt gewinnen, damit wir bei der engen Tabelle im Mittelfeld, etwas Luft nach unten bekommen. Wenn wir verloren hätten, dann wäre Oerlinghausen weggezogen. Es war ein wichtiger Sieg für das Selbstvertrauen. Wir haben seit dem Spiel gegen Barntrup nicht mehr gewonnen, dazwischen gab es zwei Unentschieden und zwei Niederlagen. Wir wollten den ersten Heimdreier landen, es war sehr wichtig für uns. Es wurde vom gesamtem Team vorher kommuniziert, dass wir alles reinhauen wollen um zu gewinnen. Die Jungs haben sich dann noch etwas gefeiert, es war sehr wichtig für den Teamgeist. 

Dein Team hat ja eine unglaubliche Mentalität. Kommt immer wieder, gibt nicht auf. Sicher ein großes Pfund um den Klassenerhalt zu realisieren?

Man bekommt die richtige Mentalität nicht über einen Fingerschnips, das ist bei uns über Jahre gewachsen. Man muss sagen, dass wir ganz oft in schwierigen Situationen waren, zum Beispiel als ich übernommen habe. Wir waren dort einen Punkt vor dem Abstiegsplatz und die Stimmung im gesamten Verein war nicht gut. Dort habe ich schon an die Mentalität appelliert. Wir haben viel zusammen unternommen. Die Mannschaft kennt sich so lange, jeder kann sich auf jeden Verlassen und man weiß genau, wie der andere tickt. Selbst wenn man mal lauter wird, ist keiner angefressen. Die Mentalität ist immer ein Stück gewachsen. Wir geben nie auf, selbst wenn Sachen schief laufen oder wir Rückstande haben. Selbst gegen Dringenberg beim 3:0 sieht man wie schnell der kleine Funke Hoffnung, in dem Fall das 3:1, das ganze Feuer entfachen kann. Wenn einmal der Dosenöffner kommt, dann geben die Jungs alles und wollen das Ding umbiegen. Die Mentalität ist in unserem Team eine Grund DNA, die wir benötigen, um in den Klassenerhalt in der Bezirksliga zu sichern. Die Jungs haben das verinnerlicht, da kann ich mich drauf verlassen. Es gibt selten Ausreißer nach unten, ab und zu gibt es mal solche Spiele, wie gegen Detmold, im letzten Jahr, dort haben wir uns mal hängen lassen.

Für den Großteil der Teams aus dem Kreis Höxter bleibt es eng im Kampf um den Ligaverbleib. Wie siehst du hier die Entwicklung?

Die Entwicklung ist seit Jahren so, dass wir, aus dem Kreis Höxter, um die Abstiegsplätze mitstreiten. Die Vereine haben nicht so die finanziellen Mittel, um sich Spieler aus den Nachbarorten bzw. Kreisen zu sichern. Es gibt nur einige Teams, die das können, wir gehören nicht dazu. Wir haben begrenzte Möglichkeiten Spieler nach Peckelsheim zu locken. Bei uns kommt es auf den Teamgeist an, dadurch bekommen wir viele Spieler, die sich dem Team anschließen wollen. Ich glaube deswegen haben es die Mannschaft aus dem Kreis Höxter sehr schwer konkurrenzfähig zu bleiben. Hinzu kommt, dass die Jugendmannschaften sich mit vielen Dörfern zusammenschließen müssen, um überhaupt Jugendteams zu stellen. Wir haben das auch im Unterbau, dort sind Mannschaften nicht besetzt oder Spieler aus anderen Dörfern. Es ist ein heikles Thema, ich hoffe trotzdem, dass die Mannschaften die Kurve bekommen, wir gehören da auch mit zu. Ich kann mich nicht über die anderen Mannschaften auslassen und über deren Probleme sprechen, dort muss man schon selber nachfragen. Es wäre sehr zu wünschen, dass möglichst viele Mannschaften aus dem Kreis Höxter in der Bezirksliga bleiben. Wir müssen schauen, wie der Verlauf der weiteren Saison ist.

Wie wichtig ist es für den FC PEL auch in der kommenden Saison Bezirksliga zu spielen.?

Für uns ist es enorm wichtig in der Bezirksliga zu spielen, damit wir unsere guten Spieler bei uns behalten und unsere jungen Spieler fördern können. Bei einem Abstieg wird sich der ein oder andere auch überlegen, ob er den Verein wechselt, dass wäre für uns eine große Hypothek. Für uns ist es sehr wichtig, dass wir die jungen Spieler weiter fördern und fordern und eine Plattform bieten, auf der sie sich zeigen können. Im Bezug auf unsere zweite Mannschaft, wir haben viele, die den Ansporn haben in die erste zu kommen. Der gesamte Verein steht da komplett hinter, dass ist ein wichtiger Punkt für die gesamte Motivation im Verein. Gerade auch für die Förderung der Spieler ist es die Chance sich höherklassig zu zeigen. Wir haben tolle Sportanlagen mit dem Rasenplatz, dem tollen Kunstrasenplatz und dem tollen Umfeld. Eventuell wird noch ein neues Sportheim gebaut, dass alles liegt auch daran, dass wir Bezirksliga spielen und sich viele Leute engagieren. Wenn wir absteigen würden, wäre das alles etwas schwieriger. Die Jungs wollen alle höherklassig kicken, deshalb ist es für uns schon sehr wichtig. Um auch nächstes Jahr Bezirksliga zu spielen müssen wir uns gerade Defensiv sehr organisiert verhalten. Wenn wir mal die Ordnung verlieren nutzen das die Gegner sehr schnell aus. Wir haben es am letzten Sonntag vor dem 1:1 gesehen, dort müssen wir immer stabil bleiben und dürfen uns nicht zu weit raus locken lassen. Auf der Defensive liegt immer ein Hauptaugenmerk, das trainieren wir immer und sprechen es oft an.

Ihr schlag euch seit Wochen mit Verletzungsproblemen herum. Wie ist die aktuelle Lage im Lazarett?

Ich wollte nicht mehr groß über die Verletztenmisere sprechen, ich habe dort auch nie geklagt, es ist aber trotzdem eine große Belastung. Wir haben viele Spieler, die seit Wochen ausgefallen sind. Es sind wichtige Stützen, die uns gerade in der Defensive, fehlen. Es sind alles Leistungsträger, die ständig gebraucht werden, aber uns extrem fehlen. Alle Verletzten müssen dann auch erstmal wieder aufgebaut werden, dass wird sich noch lange hinziehen. Verletzungsbedingt sieht es sehr schlecht aus, die Leute fehlen dann auch unter der Woche beim Training und dementsprechend trainieren wir dann in einer kleineren Gruppe. Das macht es schwierig, die Jungs zeigen Sonntags aber immer eine tolle Reaktion. Die Spieler zerreißen sich in den Spielen und davor muss ich meinen Hut ziehen. Es macht Spaß, wie die Jungs sich rein werfen und Gas geben, man kann das nicht hoch genug bewerten. 

Betrachtest du die Saisonunterbrechung als den richtigen Schritt oder hättest du dir eine andere Lösung gewünscht?

Für mich gab es eigentlich keine andere Möglichkeit, als die Saison zu unterbrechen bei diesen erhöhten Fallzahlen. Ich finde, dass es der richtige Schritt ist. Auf dem Sportplatz selbst glaube ich ist das Infektionsrisiko schon ziemlich gering, aber wenn man dann auf die Kabinensituation achtet. So eine Gruppe ist dann doch nicht immer so zu trennen und von daher finde ich es einfach die richtige Lösung zu unterbrechen, damit wir auch ein Bruch in die Welle bekommen. Aus sportlicher Sicht ist es für uns schade. Wir hatten uns gerade wieder einiges erarbeitet, was doch in den vergangenen Monaten verloren gegangen war. Jetzt haben wir wieder vier Wochen Pause, da wird auch wieder einiges verloren gehen. Ich hätte mir natürlich aus sportlicher Sicht eine Fortführung der Saison gewünscht. Gesundheit steht für mich da über allem, auch im Hinblick auf die ältere Bevölkerungsgruppe, die da wirklich doch stark betroffen ist. Es geht dann auch um Menschenleben, von daher sollte man da die Gesundheit auch über allem stellen und die Vernunft walten lassen.

Wie werdet ihr die kommenden vier Wochen bis zu einem möglichen Restart überbrücken?

Wir haben am Mittwoch noch gesprochen. Ich habe an alle Spieler appelliert, dass wir uns da in Eigenverantwortung durch Intervall-Läufe und Stabilisationstraining fit halten. Wir haben in der Vorbereitung auch immer Übungen gemacht, somit wissen die Jungs was sie tun können. Ich hoffe, dass das jeder Spieler in Eigenverantwortung auch so durchzieht. Kontrolle ist schwierig und daher hoffe ich , dass das alle Spieler für sich verinnerlichen und wir dann nach vier Wochen vernünftig auf dem Platz kommen und die Serie fortführen können.

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